Verhaltenskodex des Burgenländischen Yacht-Clubs

Der Verhaltenskodex wurde in der vorliegenden Fassung im April 2016 vom Vorstand beschlossen.

Der  Verhaltenskodex für die Jugendarbeit ist für sämtliche in die Jugendarbeit involvierte Personen bindend. Darunter fallen Trainer(innen)m Betreuer(innen), aber auch Funktionäre des Burgenländischen Yacht-Clubs sowie Eltern und Aufsichtspersonen.

Definitionen und Begriffe

Trainer(innen)/Übungsleiter(innen)/Betreuer(innen) im Folgenden kurz Trainer(innen) genannt sind alle Personen, die direkt in den Trainings- und Betreuungsbetrieb involviert sind. Unter diesen Begriff fallen auch diverse
BeraterInnen, Physiotherapeuten und Therapeutinnen, Ärzte und Ärztinnen.
Funktionäre und Funktionärinnen im Folgenden kurz Funktionäre genannt, sind alle Personen, die mit der Organisation und der Administration des Trainings- und Regattabetriebs zu tun haben unabhängig, ob sie diese Aufgabe unentgeltlich, oder im gewerblichen Sinne entgeltlich selbständig, oder unselbständig betreiben.
Mitarbeiter(innen) bezeichnet gemeinsam die beiden obengenannten Gruppen.
Eltern und Aufsichtspersonen im Folgenden kurz Eltern genannt sind alle Personen, die während, vor und nach einem Training oder einer Regatta die Aufsicht über einen, oder mehrere Teilnehmer haben.
Kinder und Jugendliche im folgenden kurz Segler(innen) genannt, sind alle Personen, die noch nicht volljährig sind und an Veranstaltungen des Burgenländischen Yacht-Clubs teilnehmen.

Ziel dieses Verhaltenskodex

Trainer(innen), Funktionäre und Eltern bilden ein Dreieck. Sie sind Vorbilder von denen die Segler(innen) Verhaltensweisen lernen können, die sie bis ins Erwachsenenalter begleiten werden. Für die Ausbildung der Segler(innen) ist es außerordentlich wichtig, dass sich nicht nur die Trainer(innen) und Funktionäre an Regeln halten, sondern dass auch Eltern zu diesem Entwicklungsprozess einen Beitrag leisten. Wenn Eltern Teamgeist, Respekt und Reife zeigen, unterstützt das wiederum Segler(innen), Trainer und Funktionäre. Letztendlich soll das Verhalten aller Beteiligten dazu beitragen, den Entwicklungsprozess unserer Segler(innen) und ihr soziales Verhalten als Sportler und Mensch positiv zu beeinflussen. Das Ziel dieses Dokuments ist es allen Personen, die im Trainingsbetrieb des Burgenländischen Yacht-Clubs eingebunden sind, Richtlinien für das Verhalten miteinander zu geben.

Verhaltenskodex für Eltern

  1. Ermutigen Sie Ihr Kind zur Ausübung unseres Sportes. Ihr Kind kann durch Sport viel Positives für das weitere Leben mitnehmen.
  2. Kinder und Jugendliche sollen Spaß beim Segeln haben. Üben Sie keinen Leistungsdruck auf Ihr Kind aus. Es könnte den Spaß am Segeln verlieren.
  3. Sprechen Sie mit Ihrem Kind über seine Erwartungshaltung. Ihr Kind sollte Ziele haben und diese auch verwirklichen wollen (Siegeswille).
  4. Sind die Erwartungen Ihres Kindes unrealistisch, versuchen Sie die Erwartungshaltung zu relativieren, damit eine Zielerreichung möglich ist.
  5. Achten Sie darauf, dass Ihr Kind diszipliniert ist (Pünktlichkeit, Einhaltung von Zusagen … sollten selbstverständlich sein).
  6. Ermutigen Sie die Kinder und Jugendlichen, sich an die Regeln und das „Fair Play“ zu halten.
  7. Ihr Kind ist Teil des Ganzen und deshalb mitverantwortlich für die positive Stimmung, während eines Trainingsbetriebs- oder einer Regatta. Höflichkeit und Kameradschaft innerhalb des Teams sollten selbstverständlich sein.
  8. Unterstützen Sie die Trainer(innen), in dem Sie die Segler(innen) rechtzeitig zum Training und zur Regatta bringen und gegebene Teilnahmezusagen einhalten.
  9. Ihr Kind sollte mit „ordentlichem“ Material zum Training oder zur Regatta kommen. Damit ist nicht eine Ausrüstung nach dem letzten Stand der Technik gemeint. Das Material muss aber den Trainingsbedingungen und den Kenntnissen der Segler(innen) angepasst sein. Falsches Material kann den Spaß am Segeln sehr schnell verleiden. Sind Sie unsicher, fragen Sie den Trainer oder Jugendwart rechtzeitig vor der Saison.
  10. Informieren Sie den Trainer über alle gesundheitlichen Probleme Ihres Kindes (Allergien, Sehschwäche, ...)
  11.  Das Coaching übernimmt ausnahmslos der/die Trainer(in). Halten Sie sich aus dem Trainingsbetrieb heraus. Sie dürfen nicht „der Schatten des Trainers“ sein. Helfen Sie, wenn der(die) Trainer(in) Ihre Unterstützung braucht.
  12. Feiern Sie gemeinsam mit Ihrem Kind und der Mannschaft erzielte Erfolge.
  13. Zeigen Sie Enthusiasmus und Unterstützung für Ihr Kind.
  14. Zeigen Sie Respekt vor den Trainern, den Funktionären und den anderen Seglern. Sie arbeiten freiwillig mit den Kindern und Jugendlichen, investieren eine Menge Freizeit und Mühe um ihnen ein positives Erlebnis zu geben.
  15. Respektieren Sie die Entscheidungen der Schiedsrichter(innen), auch wenn Sie mit ihnen nicht einverstanden sind, jeder Schiedsrichter wird Ihnen oder noch lieber den Segler(innen) gerne Auskunft darüber geben, warum er diese oder jene Entscheidung getroffen hat. Falls der Segler (nicht die Eltern) mit einer Entscheidung nicht einverstanden ist, bleibt ihm (nicht den Eltern) in den meisten Fällen die Möglichkeit einen Antrag auf Wiedergutmachung einzubringen und in der Verhandlung seine Argumente vorzubringen.
  16. Halten Sie Ihre eigenen Emotionen unter Kontrolle. Schreien, lautstarke bzw. unqualifizierte Kritik hat im Nachwuchssport nichts verloren.
  17. Verurteilen Sie unsportliches Verhalten in angemessener Form und Weise.
  18. Eltern, die sich nicht an den Verhaltenskodex halten, können gebeten werden den Veranstaltungsort zu verlassen.

Verhaltenskodex für Trainer(innen)

  1. Trainer(innen) respektieren die Würde der Segler, die unabhängig von Alter, sozialer und ethnischer Herkunft, Weltanschauung, Religion, politischer Überzeugung oder wirtschaftlicher Stellung gleich und fair behandelt werden.
  2. Trainer(innen) bemühen sich, die Anforderungen des Sports im Training und Wettkampf mit den Belastungen des sozialen Umfeldes, insbesondere von Familie, Schule, Ausbildung und Beruf, in Einklang zu bringen.
  3. Trainer(innen) bemühen sich um ein pädagogisch verantwortliches Handeln:
    - Trainer(innen) trainieren nicht ihre eigenen Kinder (Ausnahmen sind nach Absprache möglich)
    - Sie geben an die zu betreuenden Sportler(innen) alle wichtigen Informationen zur Entwicklung und Optimierung ihrer Leistung weiter.
    - Sie beziehen die Sportler(innen) in Entscheidungen ein, die diese persönlich betreffen.
    - Sie bemühen sich bei Minderjährigen immer auch um die Interessen der Erziehungsberechtigten.
    - Sie bemühen sich bei Konflikten um offene, gerechte und humane Lösungen.
    - Sie wenden keine Gewalt gegenüber den ihnen anvertrauten Jugendlichen an.
    - Sie erziehen zur Eigenverantwortlichkeit und zur Selbstständigkeit der Jugendlichen, auch im Hinblick auf deren späteres Leben.
  4. Trainer(innen) erziehen ihre Sportler(innen) darüber hinaus
    - zu sozialem Verhalten in der Trainingsgemeinschaft,
    - zu fairem Verhalten innerhalb und außerhalb des Wettkampfes und zum nötigen Respekt gegenüber allen anderen Personen.
  5. Die Sicherheit der Segler(innen), ihre Gesundheit, ihr Wohlbefinden und ihr Glück stehen über den Interessen und den Erfolgszielen der Trainer(innen) sowie der Sportorganisationen. Alle Trainingsmaßnahmen sollen dem Alter, der Erfahrung sowie dem aktuellen physischen und psychischen Zustand der Jugendlichen entsprechen.
  6. Trainer(innen) haben Vorbildfunktion. Aus diesem Grund ist die Beachtung folgender Verhaltensregeln wichtig:
    - Trainer(innen) verzichten während des Trainings und in Gegenwart von Seglern und Seglerinnen auf jeglichen Drogen-, Alkohol- und Nikotinkonsum.
    - Trainer(innen) sind pünktlich und halten ihre Termine ein.
    - Trainer(innen) halten sich an die gesetzlichen Bestimmungen, insbesondere an die zugelassenen Höchstgeschwindigkeiten für Motorboote im Uferbereich.
    - Trainer(innen) halten sich an die Clubordnung
  7. Trainer(innen) behandeln das ihnen anvertraute Material (insbesondere Motorboote) pfleglich, melden eventuelle Defekte umgehend dem Jugendwart, bzw. dem Materialverantwortlichen.
  8. Um ein ordentliches und sinnvolles Training durchzuführen, ist die Einhaltung von bestimmten Regeln zwischen Trainer(innen) und Verein erforderlich. Dazu gehören insbesondere:
    - Zeitnahe Kommunikation zum Jugendwart
    - Teilnahme an Trainerbesprechungen
    - Teilnahme an Elternversammlungen (mindestens einmal jährlich)
    - Bereitstellung von Fotos und Berichten fürs Internet
    - Eintragung sämtlicher Trainingsaktivitäten in die Trainingsdatenbank.
    - Teilnahme an sportlichen und pädagogischen Weiterbildungen.
  9. Bei Nichteinhalten dieses Kodexes kann der Vorstand Strafen verhängen bzw. Schadenersatzforderungen stellen.

Verhaltenskodex zur Prävention sexueller Gewalt

Dieser Verhaltenskodex gilt für alle Mitarbeiter des Burgenländischen Yacht-Clubs, aber auch für Eltern im Umgang mit anderen Segler(innen). Die hier festgehaltenen Regeln dienen nicht nur dem Schutz der Segler(innen), sondern auch dem Schutz von Mitarbeiter/innen und Eltern vor einem falschen Verdacht.

  1. Keine „In House“ Einzeltrainings ohne Kontroll- und Zugangsmöglichkeit für Dritte: Bei geplanten Einzeltrainings wird möglichst immer das „Sechs-Augen Prinzip“ und/oder das „Prinzip der offenen Tür“ eingehalten. D. h., wenn ein(e) Trainer(in) Einzeltraining für erforderlich hält, muss ein(e) weitere(r) Mitarbeiter/in bzw. ein weiteres Kind anwesend sein. Ist dies nicht möglich, sind alle Türen bis zur Eingangstür offen zu lassen. In unserem Training gilt grundsätzlich das Prinzip der offenen Tür – bei uns sind Eltern im Training willkommen.
  2. Keine Privatgeschenke an Segler(innen): Auch bei besonderen Erfolgen von einzelnen Segler(innen) werden durch Trainer(innen) und Funktionär(e/innen) keine Vergünstigungen gewährt oder Geschenke gemacht, die nicht mit mindestens einem weiteren Mitarbeiter bzw. einer weiteren Mitarbeiterin abgesprochen sind.
  3. Kinder und Jugendliche werden nicht in den Privatbereich des Mitarbeiters bzw. der Mitarbeiterin (Wohnung, Haus, Garten, Boot, Hütte usw.) mitgenommen, ohne dass nicht mindestens ein/e weitere/r Mitarbeiter/in oder ein weiterer Segler bzw. Seglerin anwesend ist.
  4. Kein Duschen bzw. Übernachten mit Kindern: Mitarbeiter/innen duschen nicht gemeinsam mit Segler(innen). Sie übernachten auch nicht in Zimmern gemeinsam mit Kindern und Jugendlichen. Die Umkleidekabinen dürfen erst nach Anklopfen/Rückmeldung betreten werden.
  5. Keine Geheimnisse mit Seglern und Seglerinnen: Mitarbeiter/innen teilen mit Kindern und Jugendlichen keine Geheimnisse. Alle Absprachen, die ein(e) Mitarbeiter/in mit einem Kind bzw. Jugendlichen trifft, können öffentlich gemacht werden.
  6. Keine körperlichen Kontakte gegen den Willen eines/einer Seglers/Seglerin: Körperliche Kontakte zu Segler(innen) (Techniktraining, Ermunterung, Trost oder Gratulation) müssen von diesen gewollt sein und dürfen das pädagogisch sinnvolle Maß nicht überschreiten.
  7. Transparenz im Handeln: Wird von einer der Schutzvereinbarungen aus guten Gründen abgewichen, ist dies mit mindestens einem weiteren Mitarbeiter bzw. einer weiteren Mitarbeiterin abzusprechen. Erforderlich ist das beidseitige Einvernehmen über das sinnvolle und nötige Abweichen von der vereinbarten Schutzvereinbarung.