Platz 15 für BYC Team beim Finale der Championsleague in Travemüde

Es war das zweite Antreten eines BYC Teams bei einem Championsleague Finale. 2015 in Porto Cervo musste man sich auf dem für die BYC-Crew unbekannten Boot J70 mit dem 23. Platz unter 30 Teilnehmern zufriedengeben. In den Folgejahren war unser Team zwar mehrmals qualifiziert, konnte aber aus unterschiedlichsten Gründen nie am Finale teilnehmen. Vielleicht fehlte auch die Motivation. Da die meisten anderen Nationen ihre nationalen Ligen mit der J70 aussegelten, in Österreich aber mit der Sunbeam 22.1 gesegelt wurde, hatten die meisten Teilnehmer einen extremen Vorteil. Mit dem heurigen Einzug der J70 in die Österreichische Liga änderte sich das Blatt. Auch wenn die Möglichkeiten auf der J70 Erfahrungen zu sammeln bisher nicht sehr hoch waren, wollte sich unser Team bestehend aus Niko Kampelmühler (Steuermann), Stefan Glanz (Taktik und Trimm), Thomas Czajka (Trimm) und Teamkapitän Vali Ungar (Vorschiff) die Gelegenheit nicht entgehen lassen vor Travemünde mit den besten Ligaseglern der Welt zu kämpfen. Der Grund dafür ist einfach erklärt: Man will jede Gelegenheit nutzen J70 Know How aufzubauen, um auch heuer wieder im Kampf um den Titel in Österreich erfolgreich zu sein. Der Plan ging auf, Travemünde erwies sich einmal mehr als windsicheres Revier und jedes Team konnte in den vier Wettkampftagen 17 Wettfahrten bei Winden zwischen 9 und 17 Knoten segeln. Da ein Flight aus 4 Wettfahrten mit je 9 Booten bestand und zum Abschluss noch 4 Finalwettfahrten der besten 4 gesegelt wurden, bedeutet das, dass insgesamt in 4 Regattatagen rekordverdächtige 72 einzelne Wettfahrten durchgeführt wurden.

36 Team aus 20 Nationen waren am Start. Darunter auch sehr weit angereiste aus Neuseeland, Australien und sogar aus der Südsee (Vanuatu). Das BYC Team fand sich von Anfang an gut mit Boot und Bedingungen zurecht, sogar die Topp 10 schienen zeitweise möglich. Letztlich wurde es  Platz 15, ein unter den gegebenen Umständen fantastisches Ergebnis. Herzliche Gratulation vom gesamten Präsidium an dieser Stelle zu dieser tollen Leistung.

BYC Sportdirektor Clemens Kruse, der diesmal nicht im Team war: „Der 15. Platz unter den 31 Topp Teams ist eine super Leistung. Ich bin mega stolz.“ Tommi Czajka sah das Ergebnis realistisch: „Unser Team kann vom seglerischen Potential mit den besten Nationen mithalten. Die absolute Spitze ist aber ohne eigenem Trainingsboot und Teilnahme an Klassenregatten unerreichbar.“

Für das große Finale der besten 4 qualifizierten sich der Norddeutsche Regattaverein (NRV), das Finnische Team, der dänische RS Roskile Sejlklub und der Regattaclub Bodensee aus der Schweiz.  Das Reglement sieht vor, dass diese 4 Clubs kurze Wettfahrten segeln, bis ein Team zwei Finalsiege hat, wobei der Sieger der Qualifikationsserie (NRV) einen Sieg vor dem Finale gutgeschrieben bekommt. Mit einem Sieg in der ersten Finalwettfahrt hätte sich der NRV schon zum Championsleaguesieger gekürt, doch es kam anders: Nach einem OCS wurden die Deutschen bei der ersten Luvtonne aus dem Rennen genommen. Da alle Teams in Folge jeweils eine Finalwettfahrt gewinnen konnten, musste die maximale Anzahl von 4 Wettfahrten gesegelt werden. Der Sieger der 4 Finalwettfahrt war damit auch der Championsleaguesieger 2022. Spannender hätte es nicht sein können. Die erfahrenen Segler des mehrmaligen Gewinners der deutschen Liga verloren zwar den Start und mussten bald auf Backbordschlag vom Feld wegwenden, erwischten dann aber einen Rechtsdreher und waren erstes Boot an der Luvbahnmarke, wurden aber später wieder von den Finnen eingeholt, die die zweite Luvtonne als Erster knapp vor dem NRV rundeten und vor den drei Verfolgern den letzten Schlag ins Ziel in Angriff nahmen. Unverständlicherweise halsten die führenden Finnen früh auf die Backbordseite der Bahn und ließen die Deutschen, die direkt dahinter lagen unbehelligt weitersegeln. Damit war der Weg für die NRV Crew frei. Das Boot der Hamburger schaffte damit als erstes Boot zwei Siege im Finale und krönte sich damit zum Championsleaguesieger 2022.

 

Für taktisch interessierte lohnt es sich die Wettfahrten im Tracking anzusehen. Man kann viel daraus lernen. Link zum Tracking

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